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24. Ausgabe - Zeit(ung) für Kinder

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Erscheinungsdatum: 12/2022

Liebe

Liebe Kinder, liebe Familien, Impressum Redaktionsleitung: – Sven Mimus Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz mbH (ENO mbH) Redaktion: – Ariane Archner · ENO mbH – Romy Stefanie Becker · Landkreis Görlitz, Abteilung Strukturentwicklung, Wirtschaftsförderung und Internationale Beziehungen – Nicole Blana · Hochschule Zittau/Görlitz, Studiengang Kindheitspädagogik – Anne Funke · Netzwerkbüro Kinderschutz und Frühe Hilfen – Mandy Annette Hergesell · Landkreis Görlitz, Fachberatung Kindertagesstätten – Stefan Walter · Landkreis Görlitz, Sachgebiet Integration – Ricarda Wild-Noisten · ENO mbH Redaktionsschluss: 11. November 2022 Gestaltung: Katarzyna Krzyżanowska · ENO mbH Druck: Görlitzer Werkstätten e. V. Auflage: 10.000 Exemplare Vater, Mutter, Kind – so sieht meine Familie aus. Es gibt jedoch verschiedene Modelle, die wir finden, um zusammenzuleben. Neben der klassischen Kernfamilie gibt es noch Einelternfamilien, Stieffamilien, gleichgeschlechtliche Familien, Adoptivfamilien und Pflegefamilien. Aber Familie ist noch viel mehr als das. Eine Familie ist eine ganz besondere Gemeinschaft, in der man einander vertraut, sich liebt, sich gegenseitig respektiert und füreinander da ist. Die 24. Ausgabe der Zeit(ung) für Kinder betrachtet das, was auch Kinder in ihren Familien erleben. Wie gestalten Familien ihren Alltag, welche eigenen Rituale und Regeln leben sie gemeinsam und wie bewältigen sie Krisen? All das geschieht oft ähnlich, teilweise aber auch sehr unterschiedlich. Was bedeutet Familie für euch? Und wer gehört alles zu eurer Familie? Wir zeigen euch, was Familie alles sein kann und warum es so schön und wichtig ist, eine Familie zu haben. Was Kinder in unserem Landkreis an ihrer Familie mögen und was sie am liebsten gemeinsam machen, haben wir herausgefunden. Freut euch auf ein spannendes Gesellschaftsspiel, bei dem ihr eine kleine Familienreise durch unseren Landkreis mit Illustrationen aus dem Landkreis-Wimmelbilderbuch machen könnt. Vielleicht findet ihr auf eurer Reise noch das Eine oder Andere über die Familien eurer Spielpartner heraus. Lest etwas über Traditionen und Rituale und welche Bedeutung sie für uns haben. Sicherlich habt ihr zu Hause auch bestimmte Rituale, die euch durch den Alltag begleiten und auf die ihr nicht verzichten wollt. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen, Spielen und Entdecken. Euer Dr. Stephan Meyer, Landrat des Landkreises Görlitz Bildnachweise: © iracosma, © sudowoodo, © Tartila, © bukhavets, © thruer, © solodkayamari, © osame / Adobe Stock, © Peter Ernst Ilustrationen, © Unbezahlbarland, © Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien Alle in dieser Ausgabe verwendeten Personenbezeichnungen gelten generell für alle Geschlechter und sind nicht diskriminierend zu verstehen. Herzlichen Dank an alle Ermöglicher und befragten Kinder. Alle Ausgaben sind online unter zfk.landkreis.gr veröffentlicht. Lob, Kritik, Anregungen? Bitte E-Mail an: zeitung-fuer-kinder@kreis-gr.de Interview mit Hannah Hannah ist eine junge Studentin der Sozialwissenschaften der Hochschule Zittau/ Görlitz und kommt aus unserem Landkreis Görlitz. Hallo Hannah, bitte erzähle etwas über dich und deine Familie, was du anderen Familien und ihren Kindern gern mitteilen möchtest. Ich komme aus einer Großfamilie, habe 4 leibliche Geschwister und 3 Pflegegeschwister, da ist immer was los bei uns zu Hause. Meine Freundinnen fanden das bei mir zu Hause immer so schön. „Es ist immer jemand da!“ Als ich in der Grundschule war, fand ich das schrecklich zu erzählen, dass ich aus einer Großfamilie komme, ich habe deshalb oft gesagt, ich habe zwei Schwestern. Ich spürte von den Erwachsenen irgendwie Vorurteile, sie achteten mehr auf mich. Sie waren skeptisch, wie unsere Familie das schafft. Meine Eltern waren voll berufstätig und die Meinung im Dorf war: "Das schaffen die niemals!“ Von meiner Mutter habe ich so eine Art Motto gespürt: „Ich muss zeigen, ich hab’s drauf!“ Wir haben eine gute Organisation. Die Kinder lernen viel voneinander, sind schnell selbstständig und übernehmen viele Aufgaben. Ich habe mir viel von meiner Schwester abgeguckt. Wir organisieren alle den Alltag mit. Als ich noch in der Schule war, konnte mich immer jemand abholen oder wohin bringen. Die Geschwister helfen sich sehr stark untereinander und sind dadurch sehr eng zusammen. Man muss sich aber auch durchsetzen zu Hause, "hört mir mal zu“! Wir wohnen auf einem großen Dreiseithof mit zwei Schafen, drei Katzen und einem Hund. Wie hast du dich gefühlt, als das erste Pflegekind in eure Familie kam? Ich war 10 Jahre und super neugierig. Das war eine neue Situation, ich war zu Beginn auch neidisch, auf einmal sagt ein fremdes Kind zu meinen Eltern Mama und Papa. Ich musste mich erst mal neu organisieren. Und dann habe ich es verstanden, das Pflegekind soll sich ja wohlfühlen. Meine Eltern haben mir erklärt, warum das fremde Kind hierher kommt und dass es eine Zeit lang bleibt, weil deren Mama keine Zeit hat und irgendwann geht es wieder. Es waren 3 Jahre und dann ist es wieder zu seiner Mutter zurück gegangen. Die Frage nach dem Warum ist das Schlimmste und zugleich Wichtigste überhaupt. Deshalb ist es für uns Kinder in der Familie sehr wichtig alles zu wissen. Das Gemalt von einem Kind der Familie Jugendamt kommt einmal im Monat und bespricht die Hilfen für das Pflegekind und das haben wir anderen Kinder auch mitbekommen. Die Schwierigkeit war am Anfang, dass meine Eltern das für sich ausgemacht haben, aber alle in der Familie sollen mitentscheiden. Später gab es dann Gespräche, ob wir ein weiteres Pflegekind nehmen – anstrengende Gespräche: „…noch eins – wir sind doch schon so viele!“, aber dann haben wir die Meinung der Eltern auch respektiert. Das letzte Kind (jetzt 4 Jahre) ist mit 2 Jahren gekommen – ich wusste lange Zeit vorher, irgendwann wird ein kleines Kind kommen, was ganz viel Aufmerksamkeit und Liebe braucht. Das mittlere Pflegekind, es war 5 Jahre, fragte immer: „Wann geht der denn wieder?“ Wie geht es den Pflegekindern, wenn sie zu euch kommen? Sie reagieren sehr unterschiedlich. Eines war erst 9 Monate alt als es zu uns kam, es brauchte ein halbes Jahr, um sich einzugewöhnen, bei dem anderen waren es gefühlt nur zwei Tage. Wissen alle Pflegekinder, dass sie Pflegekinder sind? Ja, je nach Alter erfahren sie es so, wie sie es verstehen können. Alle sagen Mama und Papa. Ein Mädchen sagt zu ihrer leiblichen Mama Bauchmama! Gab es einen Auslöser, warum deine Eltern sich dafür entschieden haben, Pflegekinder aufzunehmen? Sie sind sehr auf Familie und Kinder ausgerichtet, sie wollen ihre Ressourcen für die Kinder nutzen, ihnen viel geben und sie glücklich machen. Mein Papa sagt, es hält ihn jung und er möchte nicht in einem großen Haus alleine sitzen. Bist du traurig, wenn ein Pflegekind die Familie wieder verlässt? Das ist unterschiedlich: in der Kurzzeitpflege wird daraufhin gearbeitet. In der Langzeitpflege ist es sehr schwer, man verliert das Herz an die Kinder. Achtung, fertig, los Das Interview und führte ausmalen! Nicole Blana, 2 Hochschule Zittau/Görlitz, Studiengang Kindheitspädagogik 3