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23. Ausgabe - Zeit(ung) für Kinder

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Erscheinungsdatum: 06/2022

Interview mit SaraWer

Interview mit SaraWer hilft dir bei Problemen, also, wenn du traurig oder wütendbist oder wenn du etwas nicht selbst lösen kannst?Erzähl mal ein Erlebnis oder eine Begebenheit!Meistens helfen mir meine Freunde, weil manchmal fälltes mir schwer oder es ist mir peinlich, das mit meinenEltern zu besprechen. Manchmal löse ich es aberauch mit mir selbst. Als mein Hamster Wuschelbusselgestorben ist, da war ich imHort. Als ich dann nach Hause kam,sah ich, dass der Käfig leer ist. Mamahat mir erzählt, dass er gestorbenist und hat mich getröstet. Dannhabe ich es meiner Freundinerzählt und sie hat mich auchgetröstet. Das hat mir geholfen,dass es mir wieder besser geht.Jetzt habe ich dafür eine Katze.Sie heißt Susl, aber ihr Spitznameist Cookie-Popcorn, weil sie sodick ist.Wie sieht ein Sonntag in deinerFamilie aus?Mama weckt mich um neun, ich bleibe imSchlafanzug in meinem Zimmer oder lungere aufder Couch herum, spiele oder gucke etwas. Bei schönemWetter gehen wir auch raus, zum Beispiel ins Kino, in denTierpark, Eis essen oder fahren irgendwohin.Weißt du, wann festgestellt wurde, dass dein Gehör nichtganz so funktioniert wie bei anderen?Festgestellt hat es Mama schon, als ich zwei Jahre alt war,weil sie mich immer gerufen hat und ich nicht reagierthabe. Auch die Wohnungsklingel habe ich nichtgehört oder das Knallen an Silvester. Mit meinerSprache habe ich auch länger gebraucht. Es hatlange gedauert, bis die Ärzte herausgefundenhaben, dass ich ein Gehörproblem habe undein Hörgerät benötige.Kannst du dich an dein erstes Hörgerät erinnern?Wie war das damals für dich?Mein erstes Hörgerät bekam ich im Vorschuljahr.Da war ich sechs Jahre alt. Es war komisch,normal zu hören, das hat sich komisch angefühlt,aber ich habe mich irgendwie auchgefreut, weil ich endlich etwas hören konnte.Es hat sich komisch angefühlt, so hinterden Ohren. Das ist gewöhnungsbedürftigam Anfang. Ich habe ungefähr zwei Wochen gebraucht, ummich an meine Hörgeräte zu gewöhnen.Früher habe ich immer auf den Mund geachtet, wenn jemandetwas gesagt hat, damit ich etwas verstehe. Heutehöre ich ohne Hörgeräte aber etwas besser alsfrüher.Wie reagiert dein Umfeld darauf,dass du eine Hörhilfe trägst?Kannst du dich erinnern, wiees damals im Kindergartenoder in der Grundschulewar?Als ich damals damitankam fragten viele,was das ist und fandendas cool. Sie haben alleganz okay und nett undnicht schlecht reagiert.Ich schäme mich nicht fürmeine Hörgeräte und tragesie ganz selbstbewusst.Schlimm war nur, dass mir als ichdrei bzw. fünf Jahre alt war die Rachenmandelnentnommen wurden, weildie Ärzte gedacht haben, sie würden auf meinGehör drücken, weil sie zu groß sind. Das war schlimm.Dann haben sie mir solche Schläuche (Paukenröhrchen) insOhr reingesetzt, aber die haben auch nicht geholfen, diehabe ich aber verloren.Gibt es lustige Erlebnisse, an die du dich im Zusammenhangmit dem Hören erinnerst?Früher habe ich immer gern Ohrringe getragen und diemanchmal absichtlich an den Schlauch am Gerät eingehakt.Das war lustig. Dafür habe ich immer Mamas lange Ohrringeverwendet. Manchmal sieht es auch lustig aus, wenn mirdas Hörgerät hinter dem Ohr nach vorn rutscht und da sorumhängt.Und hast du auch nicht so schöne, vielleicht traurige Erfahrungengemacht?Eigentlich nicht. Bisher habe ich keine schlechten Erfahrungengemacht. Es gab bis jetzt niemanden, der sich übermeine Hörgeräte beschwert oder lustig gemacht hat. Ichhabe keine Probleme damit gehabt.Wie ist der Alltag mit deiner Hörhilfe? Musst du etwas Besonderesbeachten, oft zum Arzt oder Hörgeräteakustiker?Die dürfen nicht zu lange nass bzw. unter Wasser sein. Wennich kurz mal in den Pool falle, ist das okay. Wenn ich schlafengehe muss ich sie raus machen, sonst gehen sie kaputtoder nerven. Das Pfeifen nervt auch. Morgens muss ich sieimmer sauber machen. Das macht Mama meistens, weil siesowieso eher aufsteht. Meine Ohren muss ich auch immersauber machen.Für die Schule haben wir eine FM-Anlage von meinemHörgeräteakustiker bekommen. Das ist ein kleines Gerät,das sich die Lehrer einfach anklemmen können, damit ichsie besser verstehe. Dazu gibt es noch ein kleines Mikrofon.Was die Lehrer dann sprechen, geht bei mir direkt insOhr. Wir haben das aber bisher fast nie genutzt, weil dasfür mich immer komisch war. Ich habe die Lehrer auch soverstanden.Beim Schwimmen gibt es solche Schutzhüllen aus Gummi,aber die bringen eigentlich gar nichts, weil die Lautsprecherdadurch nämlich abgedeckt werden. Da hört man sowiesonichts. Man kann sie drin lassen, sollte aber nicht längeruntertauchen und unter Wasser sein, dann gehen sie kaputt.Wenn ich Brustschwimmen mache, dann lasse ich sie drin.Oder wenn ich vom Brett springe, dann lasse ich sie auchdrin, dann bin ich ja nur kurz unter Wasser. Sonst nehme ichsie immer raus. Und beim Sport habe ich sie früher immerrausgemacht, jetzt habe ich sie immer drin. Nur meine Brillemuss ich abnehmen.Alles in allem fühle mich durch die Hörgeräte nicht eingeschränktin meinem Alltag. Das einzige Problem ist, dassman keine In-Ear-Kopfhörer tragen kann, nur normaleKopfhörer. Es gibt aber auch Hörgeräte mit Bluetooth, dannkann man zum Beispiel direkt das Handy oder ein anderesBluetooth-Gerät mit dem Hörgerät verbinden und darüberMusik hören. Bei den neuen Hörgeräten ist Bluetooth fastimmer schon mit dabei. Und es gibt auch schon Hörgeräte,die keine Batterie mehr brauchen, sondern wie ein Handyaufgeladen werden können.Gibt es in deiner Familie noch andere Mitglieder die einHörgerät tragen?Meine Uroma Erika, die Oma von meinem Papa, trägt auchein Hörgerät. Und meine eine Oma drückt sich die ganzeZeit davor, obwohl sie eigentlich eins brauchen würde. Aberje länger man sich davor drückt, desto längerbraucht man, sich daran zu gewöhnen. Oderman gewöhnt sich gar nicht daran. Aberwenn man sich erst einmal daran gewöhnthat, spürt man sie eigentlich kaum.Wie verbringst du mitdeiner Familie diesesJahr den Sommer?Das wissen wir nochnicht und entscheidenes spontan. Meistens fahrenwir für zwei Wochenirgendwohin an die Ostsee,zum Beispiel nach Rügen. Dahaben wir dann immer ein kleinesHaus in der Nähe vom Strand. Aber ich gehe dort nicht gernins Wasser, weil da so viele Algen und Quallen sind. Da gabes sogar Mini-Krebse, deshalb gehe ich auch nicht ins Wasser.Die verstecken sich meistens in den Algen und die sindimmer so glitschig. Da bin ich meistens nur mal kurz mitden Füßen im Wasser.Landkreis GörlitzVielen Dank, liebe Sara, dass du uns so viel von dir unddeiner Familie berichten konntest. Wir wünschen dir einenschönen Sommer und alles Gute.Achtung, fertig, losund ausmalen!Livia Knebel4 Das Interview führte Ariane Archner, Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz mbH 5